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Klassenbilder trotz "Social Distancing"

Aus dem Jahresbericht aus dem Schuljahr 2019/2020 des Benediktinergymnasium Ettal:

photographed by Marlene Müller

photographed by Marlene Müller

Die Klassenbilder dieses Jahr entstanden etwas unkonventionell. Wegen der Pandemie durften die Schüler nicht weniger als 1,5 m Abstand zueinander haben. Außerdem war jede Klasse in zwei Gruppen geteilt, die sich wöchentlich mit Präsenzunterricht abgewechselt haben. In den Pfingstferien habe ich mir dann ein Konzept überlegt: Jeden einzelnen zu photographieren und dann diese in Adobe Photoshop auszuschneiden und zu einem finalen Bild zusammenzusetzen. Ich hatte dann die Idee, die Treppe hinter der Sakristei als Platz für die Bilder zu nehmen. Normalerweise werden die Bilder auf der Treppe vor der Kloster Pforte gemacht, aber da wäre ich zu sehr vom Wetter abhängig und dort wäre es auch nicht möglich gewesen jeden einzelnen Stellplatz mit Tape zu markieren. Denn ich habe für jede Klasse einen Plan gemacht und jeden Schüler/Schülerin einen Platz zugeordnet. Jeder Platz war mit einer Nummer versehen, um den Ablauf so schnell wie möglich und die Arbeit am Computer so leicht und effizient wie möglich zu machen. Ich hatte die Kamera auf einem Stativ und mit einem Computer verbunden, so dass ich die Kamera so genau wie möglich aufstellen konnte, damit die Bilder so einheitlich wie möglich waren. Die einzige Lichtquelle war das große Fenster hinter der Treppe, also brauchte ich etwas, um die Leute von vorne zu beleuchten. Ich habe einen Blitz auf ein Stativ gestellt und die Schüler von der Seite angeleuchtet. Die erste Klasse, die ich dann angefangen habe zu Photographieren, war ein Teil der Klasse 6A. Dieses Bild war am Ende das komplexeste, denn die Bilder für dieses Bild stammen von fünf verschiedenen Tagen. Die größte Klasse war die 8. mit 27 Schülern und einem Lehrer. Die zusammengesetzten Bilder musste ich als «Large Document Format» abspeichern, weil normale Photoshop Dateien und TIFFs eine Größenbegrenzung von 2 bzw. 4 GB haben. Im Verlaufe der Wochen habe ich 670 Bilder gemacht. Am Ende habe ich für die 10 Klassenbilder über 34 Stunden gebraucht.

- Sebastian Schulte 

Sebastian hat sich aus eigenem Antrieb dazu entschlossen, selbständig ein Konzept zu erarbeiten, wie auch unter den Hygienebedingungen der Corona-Pandemie Klassenfotos erstellt werden können, die die ganze Klasse zusammen als Gemeinschaft abbilden, und mich damit richtig überrascht. Seine Vorgehensweise war wohl überlegt, bedeutete aber enorm viel Arbeitsaufwand. Da gab es erst einmal die konzeptionelle Vorarbeit, die nicht unterschätzt werden darf, die Auswahl der Lokalität, die dahinter stehende Organisation Kommunikation, die geordnete Durchführung und schließlich, was die bei weitem zeitraubendste und mühevollste Aufgabe war, jeden einzelnen Schüler „freizustellen“, also von Hintergrund zu isolieren, und ihn dann auf die Zusammenstellung zu importieren. Ohne seinen Ideenreichtum und seinen exorbitanten Einsatz hätte es in diesem Jahresbericht keine Klassenfotos gegeben. Die Schule ist ihm daher zu größtem Dank verpflichtet.

- Roland Jurgeleit